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München - Augsburg: Unfall 1852

 
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Walter aus Bayern



Anmeldungsdatum: 12.06.2006
Beiträge: 4324
Wohnort: Augsburg

BeitragVerfasst am: Mo Nov 19, 2012 22:31    Titel: München - Augsburg: Unfall 1852 Antworten mit Zitat

Münchner Neueste Nachrichten, 1. April 1852 Nr. 92

** München, 31. März. Die A. allg. Ztg. bringt von einem Augenzeugen folgenden Eisenbahnunfall: Der diesen Sonntag Nachm. 3 1/2 Uhr von München abfahrende Güterzug, dem, wie gewöhnlich, mehrere Personenwagen angehängt waren, kam, statt zur festgesetzten Stunde von 6 Uhr, erst um 8 1/2 Uhr hier an. Diese ungewöhnliche Verspätung wurde herbeigeführt durch den Umstand, daß an einem der Wagen die "Kuppel", woran die Verbindungsketten befestigt werden, in solchem unbrauchbaren Zustand war, daß schon bei der Abfahrt von München und später in Pasing die letzten fünf Wagen sich ausgehängt hatten. Bei einem "Wechsel" jenseits Lochhausen wiederholte sich dasselbe während der Fahrt, und der mit der Aufsicht des Zuges betraute Conducteur sowohl, wie der den Zug begleitende Bremsenwärter sprangen ab und erlitten dadurch nicht unbedeutende Verletzungen. Der Locomotivführer, aufmerksam gemacht, daß etwas vorgefallen sey, fuhr langsamer, aber gerade an einer Stelle, wo die Bahn einen beträchtlichen Fall hat. Die zurückgebliebenen Wagen, mit etlichen 20 Passagieren besetzt, kamen von selbst in Lauf, und stießen so heftig auf den langsam sich fortbewegenden Train, daß einer der Wagen in Trümmer zusammenbrach und alle übrigen mehr oder minder beschädigt wurden. Die Passagiere kamen leider nicht blos mit dem Schrecken davon, sondern mehrere erlitten Quetschungen und Kopfwunden. Während man die unbrauchbaren Wagen zurückließ und der vordere Theil des Zuges herangeschoben werden sollte, gerieth ein Bremsenwärter zwischen die Wagen, und wurde so gequetscht, daß er besinnungslos vom Platze getragen wurde. Der Unglückliche hatte nämlich vergessen, daß die "Puffer" bei dem früheren Zusammenstoß abgebrochen waren. Bei Mehring war ein abermaliger Aufenthalt von nahe einer Stunde, weil der im Augenblick mit der ganzen Expedition der Haltestelle beauftragte 12 - 14jährige Knabe (!) nicht die von Augsburg ihm gegebenen telegraphischen Weisungen zu entziffern vermochte. Die armen Reisenden mußten geängstigt die Ankunft des Augsburger Zuges abwarten, bis sie über ihre Weiterbeförderung beruhtig wurden.

Walter
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